• Vincent Venus

Thunderclap im Test

Aktualisiert: Jan 12

Für die Europaretter-Kampagne der Jungen Europäischen Föderalisten haben wir Thunderclap ausprobiert. Was das Werkzeug kann und ob es effektiv ist, fasse ich hier zusammen.


Stand 2020: Thunderclap hat 2018 den Dienst eingestellt, nachdem Facebook seine Regeln geändert hatte.


Was ist Thunderclap?

Thunderclap ist eine Werkzeug für die sozialen Netzwerke, das hilft, auf ein Anliegen aufmerksam zu machen. Nutzer können dort eine Initiative starten und andere Menschen einladen, mitzumachen. Diese tragen sich auf der Plattform mit ihren Accounts bei Facebook, Twitter und Tumblr ein. Werden bis zu einem bestimmten Datum genügend Unterstützer gesammelt, dann postet Thunderclap bei allen Mitmachenden gleichzeitig eine Nachricht und löst so einen Donnerschlag (Thunderclap) in den sozialen Netzwerken aus.


Der zusätzliche Nutzen liegt also in der Möglichkeit, zu einer bestimmten Zeit und in einer koordinierten Weise auf einen Umstand aufmerksam zu machen. Denkbar wäre beispielsweise eine Thunderclap-Aktion vor einer wichtigen Abstimmung im Parlament, um bestimmte Abgeordneten zu erreichen, oder während einer Veranstaltung. In Kombination mit Twitter-Hashtags könnten so  Twitter-Walls gekapert werden und somit eine Onlineaktion zur „realen“ Welt durchbrechen.


Thunderclap im Praxistest

Für die Europaretter-Kampagne der Jungen Europäischen Föderalisten haben wir Thunderclap ausprobiert. Am 25. Februar, drei Monate vor der Europawahl, sollte ein Donnerschlag auf Europaretter aufmerksam machen. Angestrebtes Ziel: 100 Teilnehmer.


Ablauf

JEF-Mitglied Christian Weickhmann startete die Aktion zehn Tage vor dem Stichtag. Anfangs beteiligte sich kaum jemand, was unter anderem am fehlenden Verständnis und wenig Unterstützung durch offizielle JEF-Seite lag.


Am 17. Februar schließlich wies ich per JEF Deutschland-Facebook-Seite auf die Aktion hin, was zu gut 20 Likes und 14 Teilungen führte. Für unsere Verhältnis eine sehr gute Verbreitung (siehe unten).


Beitrag von JEF.

Doch widererwartend stieg die Anzahl der Teilnehmer nur gering an. Zwar wiesen in den Folgetagen auch viele Facebook-Seiten von JEF-Landes- und Kreisverbänden auf die Aktion hin, doch 48 Stunden vor der Deadline war erst die Hälfte an Unterstützern erreicht. Deswegen beschloss ich, noch einmal per JEF-Facebook und Twitter-Account auf Thunderclap aufmerksam zu machen und dieses Mal schien der Aufruf zu wirken. Bis wenige Stunden vor Deadline fehlten nur noch 11 Teilnehmer; schließlich machten sogar 110 mit.


Auswertung

Die Thunderclap-Aktion hatte drei Ziele:

  1. das Werkzeug ausprobieren,

  2. allgemein auf die Europaretter-Initiative aufmerksam machen.

  3. mehr echte Europaretter gewinnen (Leute, die sich auf www.europaretter.de eintragen),

Das interne Ziel eins wurde erfüllt. Auch Ziel zwei war erfolgreich. Wie die Statistik unten zeigt, besuchten deutlich mehr Menschen die Webseite während der Thunderclap-Aktion. Ziel drei jedoch wurde nur eingeschränkt erreicht: Lediglich sieben neue Europaretter-Statements wurden zwischen 21. und 26. Februar abgegeben.


Bewertung

Die Thunderclap-Aktion hat ihre Ziele teilweise erfüllt. Aber ein durchweg positives Fazit möchte ich nach diesem kleinen Test dennoch nicht ziehen. Denn um die sieben Statements und das Plus an Besuchern zu erzielen, musste auf vielen Facebook-Seiten der JEF mehrfach auf die Thunderclap-Aktion hingewiesen werden, um die Marke von 100 Teilnehmern zu erreichen. Damit wurde gleichzeitig von den Inhalten der Kampagne abgelenkt und wahrscheinlich nervten die ständigen Hinweise einige Anhänger. Deswegen halte ich die Effizienz und Effektivität von Thunderclap in unserem Test für ausbaufähig.


Andere Aktionen sind allerdings sehr erfolgreich darin, zehntausende für Thunderclap zu begeistern. Ein christlicher Film aus den USA  hat 21 Tage vor dem Stichtag bereits gut 10.000 Unterstützer. Ein Grund für die schleppende Beteiligung der JEF-Mitglieder könnte der Wunsch nach Schutz der Privatsphäre sein. Denn um bei Thunderclap mitzumachen, müssen die Teilnehmer der Webseite Zugriffsrechte auf ihre soziale Netzwerk-Konten einräumen. Das kommt in Deutschland immer schlecht an.

Ich werde Thunderclap weiter im Auge behalten und vielleicht eine weitere Aktion für die Europaretter-Kampagne starten.

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